Tipps & Tricks

rund ums Rad.

In dieser Rubrik gibt es für dich ein paar Tipps, wie du dich sicherer mit dem Fahrrad durch Bremerhaven oder andere Städte bewegen kannst. Die Tipps sind zusammengestellt aus eigener Erfahrung und einigen externen Quellen.

Fahre selbstbewusst!

Du bist auf deinem Fahrrad genau so Teil des Verkehrs, wie die Automobilist*innen. Und so solltest du auch fahren. Die Straße gehört den Autos ebenso sehr wie dir. Ihr seid gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer*innen.

Wenn du beispielsweise in einer Dreißiger-Zone unterwegs bist, dann fahr in der Mitte der Straße. Niemand hat das Recht dich dort zu überholen, wenn du mit 25 km/h auf deinem Fahrrad durch ein Wohngebiet fährst. Wenn du zentral in der Mitte der Straße fährst, reduzierst du die Gefahr, viel zu eng und gefährlich überholt zu werden. Autofahrer*innen müssen dich mit mindestens 1,50 Metern Abstand überholen.

Im Zweifel auf der Fahrbahn fahren.

Das wird im ersten Moment verwunderlich klingen, aber das Fahren auf der Fahrbahn ist vielerorts sicherer, als auf dem Radweg. Wenn Radfahrer*innen auf der Fahrbahn unterwegs sind, werden sie von den Autofahrenden viel deutlicher als Verkehrsteilnehmer*in wahrgenommen, als auf dem Radweg. Insbesondere beim Abbiegen kommt es an Kreuzungen mit Radwegen vermehrt zu Unfällen. Bei Unfällen mit LKW enden diese oft tödlich.

Dass Kreuzungen so gefährlich sind, liegt vor allem daran, dass oftmals die Sichtachsen zu den Radwegen durch parkende Autos versperrt sind. Zudem verzichten viele Autofahrende aus Bequemlichkeit auf den Schulterblick, sodass sie Radfahrende gar nicht wahrnehmen können. Oder wollen.

Rechne mit der Blödheit anderer.

Um als Radfahrer*in im (Groß-)Stadtjungle zurecht und sicher von A nach B zu kommen, musst du mitdenken. Und zwar für alle. Insbesondere für die Autofahrenden, denn ein Auto ist im Zweifel stärker als du. Du musst deine Augen überall haben, die Situationen und dein Umfeld aufmerksam beobachten.

Rechne immer damit, dass Autofahrende den Schulterblick nicht machen und dich nicht sehen. Oder nicht sehen wollen. Rechne immer damit, dass sie, wenn sie dich sehen, dir die Vorfahrt trotzdem nehmen. Rechne damit, dass Fußgehende unverhofft auf den Radweg treten, weil sie dich nicht herannahen sehen. Rechne damit, dass Autofahrende einfach auf dem Radweg, Radfahr- oder Radschutzstreifen parken, unerwartet auf deine Spur ausscheren, aus ihrer Parklücke auf die Fahrbahn oder den Radstreifen fahren. Rechne damit, dass vor dir eine Autotür aufgeht. Fahre deswegen immer mit ausreichend Abstand zu parkenden Fahrzeugen. Sei den anderen Verkehrsteilnehmenden immer einen Schritt voraus! Und im Zweifel: Lieber einmal mehr bremsen als nie wieder zu bremsen. Fahrradfahren macht zwar spaß, aber ist es nicht wert, dabei draufzugehen.

Bleib lieber hinter'm LKW.

Das werden nicht alle Radler*innen so sehen, doch wenn du dabei bist, einen LKW oder Bus zu überholen, der Anstalten macht, vor dir rechts abzubiegen und du fährst nebenher, dann rechne fest damit, dass der/die Fahrer*in dich nicht wahrnimmt. Bleib lieber hinter dem LKW und fahr erst dann vorbei, wenn du siehst, dass er dich wahrgenommen hat und anhält. Mit abbiegenden LKW und Bussen passieren Tag für Tag schwere und tödliche Unfälle.

Du verzichtest zwar auf deine Vorfahrt, aber lieber auf die Vorfahrt verzichten, als unterm LKW zu liegen. Im schlimmsten Falle tot.

Fahre niemals in der Dooring-Zone!

Vielleicht hast du schon einmal davon gehört. Die Dooring-Zone ist der Bereich, so breit wie eine Autotür, unmittelbar neben parkenden Fahrzeugen. Hier kannst du von rücksichtslos geöffneten Autotüren überrascht werden und es kann zu Unfällen kommen. Besonders fatal ist da an viel befahrenen Straßen. Wenn du gegen eine Autotür fährst, stürzt und vom rollenden Verkehr überfahren wirst.

Noch blöder: Radfahrstreifen führen vielerorts direkt durch diese Dooring-Zonen und sind somit sehr gefährlich.

Dazu gibt es hier ein sehr schönes Erklärvideo.

Nutze "Schleichwege".

Anstatt auf mehrspurigen, breiten Straßen oder auf dem Radweg daneben in Autoabgasen und Verkehrslärm unter Stress zu fahren, fahr lieber auf einer parallelen Nebenstraße. Das ist entspannter, oft sicherer und dauert meistens nicht länger.

Uns selbst wenn es ein kleiner Umweg ist, auf dem Rad gilt doch umso mehr: Der weg ist das Ziel.

Fahr mal in die Niederlande.

Die Niederlande sind das Radler-Eldorado. Wer ein mal durch Amsterdam oder Utrecht geradelt ist, will keine einzige deutsche Stadt auch nur ansatzweise mehr als “Fahrradstadt” betiteln.

Radfahren in den Niederlanden macht riesigen Spaß. Schnapp dir dein Fahrrad, setz dich in den nächsten IC und fahr mal für ein Wochenende nach Utrecht. Die Eisenbahnverbindungen in die Niederlande und vor Ort sind hervorragend und teuer ist die Reise dort hin auch nicht!

Bedenke aber, dass da auf den Radwegen richtig was los ist. Viel mehr Menschen als hier fahren dort Rad. Sie sind das Radfahren viel mehr gewöhnt, als wir in Deutschland. Aber auch die wenigen Autofahrenden wissen, dass das Rad hier Vorrang hat und passen mächtig auf. Schwimm einfach mit in der Menge und pass auf, dass du kein “Hindernis” bist. Aber eins ist sicher: Wer ein mal in Amsterdam zur Rushhour gefahren ist, will nie wieder in einem deutschen Auto-Stau stehen!

Ganz wichtig: Hab Spaß. Und pass auf dich auf.